...mit Caroline Adomeit erlebten die Zuhörer in Frankenthal ein Konzert der Superlative..Caroline Adomeit ist ein phänomenales Geigentalent , das brilliant und elegant, stilvoll und phantasiereich sowie mit einem untrüglichen Gefühl für Ästhetik und einer Riesenskala an dynamischen Farbwerten musiziert.
Sie zeichnete mit Bach`s Solo-Partita in d-moll ( auswendig vorgetragen ) ein musikalische hinreißendes Bild der energetische-lebhaften Allemanda, der rhythmisch agilen Courrente mit ihren überraschenden Wendungen ,.der gravitätischen , etwas nachdenklichen Sarabanda und der selbstbewußt fröhlichen Giga.Wie sie dann die gewaltige Architektur und Empfindungstiefe der Ciaconna auslotete und das fast sinfonische Ausmaß ihrer 34 Variationen freilegte, wurde zur Offenbarung und zum absoluten Ereignis an diesem Abend.
Caroline Adomeit nutzt die gesamte Palette ihrres Instruments, um poetische Wirkungen von magischer Schönheit zu erzielen.
Eine liebevolle ,bemerkenswert differenzierende Gestaltung ließ die Akteurin auch den kleineren musikalischen Gebilden angedeihen. Slawistische Folkloristik in Vollendung- serviert in einer bezaubernden Körpersprache der Geigerin , zeichnete die wunderbare Mazurka von Antonin Dvorak aus.
So erlebten die Zuhörer einen Abend der Superlative, weil ein Erzmusikanten-Duo eine unerhörte Kraft, Schönheit und Empfindungsstärke demonstrierte und dabei alle Tugenden einer künstlerischen Reife ausspielen konnte: technische Perfektion in Verbindung mit einer funkelnden Virtuosität , eine ungeheure Leidenschaft und Expressivität bei der agogisch fein dosierten Umsetzung des Notentextes und eine erregend farbige , nuancierte Gestaltungskunst.
Der Star des Abends , Geigerin Caroline Adomeit, muss keinerlei Scheu vor größeren Namen ihrer Generation - wie Mulova, Hahn, Conzen oder Jansen-haben.
Sie ist heute schon zumindest gleichwertig.
Quelle: Rheinpfalz Ausgabe 10.02.2010.