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Allgemeine Zeitung - Mainz

Daniel Honsack, 13.01.2009
 

Ohne den Hauch einer Anstrengung

Benefizkonzert mit Geigerin Caroline Adomeit

MAINZ. Einen derartigen Erfolg hatten die Veranstalter wohl nicht erwartet. Doch im Peter-Cornelius-Konservatorium ist man auf alles vorbereitet, so dass schließlich doch genügend Sitzgelegenheiten für alle Musikfreunde zur Verfügung standen. Sie alle waren gekommen, um die junge Geigerin Caroline Adomeit und ihren Pianisten Rochus Holewik zu erleben. Beide sind Absolventen des Konservatoriums und lösten nun ihr Versprechen ein, auch im neuen Domizil ein Benefizkonzert für das Haus zu geben.

Vier Sonaten aus drei Jahrhunderten standen auf dem Programm und ermöglichten den beiden Künstlern, sowohl stilistisch wie auch technisch eine enorme Bandbreite abzudecken. Der berühmte "Teufelstriller" im Finalsatz hat einer der bekanntesten Sonaten von Giuseppe Tartini ihren Namen gegeben. In irrem Tempo und dabei größtmöglicher Präzision gab Caroline Adomeit diese akrobatischen Kaskaden wieder, ohne dabei den Hauch einer Anstrengung erkennen zu geben. Ohnehin glückte der jungen Musikerin die Bewältigung sämtlicher Herausforderungen scheinbar mühelos. Gewitzt übersprang sie spieltechnische Hürden, übernahm sangliche Passagen mit erstaunlicher Sensibilität. Luftig bis intensiv etwa näherte sie sich auch der dritten Violinsonate von Edvard Grieg und nahm dabei alle möglichen Zwischentöne bewusst mit. So gelang es ihr, plastische Tongemälde zu erschaffen und musikalische Dramen zu erzählen.

Überaus engagiert geriet auch die G-Dur-Sonate von Maurice Ravel. Der Facettenreichtum, den der Komponist hier auch mit Jazz-Einflüssen vorgesehen hat, wurde von beiden Künstlern lebendig aufgegriffen und interpretiert. Rhythmische und klangliche Besonderheiten, die dem Pianisten auch perkussive Aspekte abringen, vermittelte das Duo ebenso anschaulich wie die spannungsreiche Kombination aus Klassik und Blues.

Einmal mehr stellte Caroline Adomeit ihre musikalisch Reife unter Beweis und stellte sich zudem als ungewöhnlich vielseitige Künstlerpersönlichkeit dar.

 

Quelle: Main-Rheiner