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Pressestimmen

http://wiesbaden.germanblogs.de vom 21.04.2008

Von Wilma Estelmann

Ravel, Beethoven und andere – Überraschung am Sonntag

Was so harmlos unter dem Titel „Musikalische Frühlingsgefühle“ angekündigt war, entpuppte sich als ein Konzert der Meisterklasse. Caroline Adomeit entlockte ihrer Violine ungeahnte Töne, Vera Hardt begleitete sie am Flügel und die beiden begeisterten ihr Publikum. Sonntags-Nachmittags ein Benefizkonzert in Klarenthal! Und dann noch ein Potpourri (also Sammelsurium) – nein, das lockt mich nicht per se aus der Taunusstrasse, zumal nicht fußläufig erreichbar. Es bedarf also einiger auch nonverbaler Überredungskünste: Einladung zum Sonntagsbrunch ins James Joyce in der Sonnenbergerstrasse 14 (www.irishpub-wiesbaden.de), was sich als superlecker und abwechslungsreich entpuppt. Tony ist ein charmanter Gastgeber, (nicht nur) die Blaubeerpfannkuchen sind köstlich und die Gäste witzig. Klasse Atmosphäre!

Nach einem Ausflug in den Taunus (mit Vernissage und anschließendem Eisessen im Sonnenschein) fahren wir dann nach Klarenthal, da „wir eh schon unterwegs“ sind. Die große Überraschung: In der Paul-Gerhardt-Kirche spielt die preisgekrönte junge Caroline Adomeit und beginnt mit der „Frühlingssonate“ von Beethoven. Nicht süßlich sondern zart, nicht wuchtig sondern kraftvoll – toller Auftakt. Es folgen Stücke von Kreisler, Sarasate und Gershwin und der Rosenkavalier-Walzer von R. Strauss, auf den ich gerne verzichtet hätte. Da schimmert zu sehr die Kurmuschel-Herrlichkeit durch …

Doch dann die Sonate für Violine und Klavier von Ravel – fesselnd, atemberaubend, einfach sensationell gut gespielt. Gewiß ein sperriges Stück, vor dem Moderator Volker Beling „gewarnt“ hatte und das auch nur von Könnern gespielt werden sollte. Wir erleben es auf ganz hohem Niveau. Danke den beiden Damen, die dieses Benefizkonzert zur finanziellen Unterstützung der Jugendpastorin der Kirche bestritten und uns mit wunderschönen Zugaben verwöhnten. So facettenreich können Frühlingsgefühle sein.

Tipp: Auf die Konzerte mit Caroline Adomeit achten.


Wiesbadener Tagblatt vom 19.04.2008

Von Daniel Honsack

Mit Musik anderen Menschen helfen

Die Benefiz-Konzerte der Geigerin Caroline Adomeit/Am Sonntag im Kohlheck zu Gast 22 Jahre alt und schon sehr weise: Caroline Adomeit. Am Sonntag spielt sie zugunsten der Paul-Gerhardt-Kirche.

Die junge Geigerin Caroline Adomeit gibt an diesem Sonntag ein Benefiz-Konzert in der Paul-Gerhardt-Kirche in Kohlheck (Wenzel-Jaksch-Straße 5). Ab 17 Uhr will sie „musikalische Frühlingsgefühle“ vermitteln – und das für einen guten Zweck. „Das fing alles ganz verrückt an“, erzählt Caroline Adomeit und ist heute noch ganz begeistert von ihrem ersten Benefizkonzert. Vor einem Jahr hat die junge Geigerin zusammen mit einem Schulfreund in einer kleinen Kapelle in Mainz gespielt. Ein Zuhörer bat sie damals, ein Benefizkonzert für ein rumänisches Waisenhaus zu spielen. Dabei kamen gut 900 Euro zusammen.

„Die haben mir sogar persönlich geschrieben“, freut sich die Künstlerin über die Rückmeldung aus Rumänien. „Damit hatte ich gar nicht gerechnet“, sagt sie. „Dann hat sich das alles selbständig gemacht“, rekapituliert sie die weiteren Geschehnisse. Mittlerweile hat sie insgesamt über 10.000 Euro für gute Zwecke erspielt.

Im vergangenen Jahr hat sie von einer allein erziehenden Mutter von drei kleinen Kindern erfahren, die in einen Unfall verwickelt wurde und beide Beine verloren hat. Bei zwei Konzerten kamen 2.600 Euro in die Spendendose, die sie direkt weitergeben konnte. „Das war Wahnsinn“, strahlt sie und findet es „toll, wenn ich mit Musik jemandem helfen kann“. Für sie ist das ein ganz besonderes Privileg.

Dass sie mit dem, was sie gerne macht, auch noch Gutes tun kann, empfindet sie als einen großen Glücksfall. Ein spannender Nebeneffekt ist der Umstand, dass auf diese Weise auch viele Menschen mit klassischer Musik in Berührung kommen, die sich vielleicht sonst gar nicht dafür interessieren würden, sondern erst einmal der Menschen wegen kommen, die unterstützt werden. „Klassische Musik ist nicht elitär“, findet Caroline Adomeit, die derzeit bei dem weltbekannten Geiger Kolja Blacher in Hamburg studiert. Sie ist der festen Überzeugung, dass diese Musik nicht entfernt ist vom wirklichen Leben, sondern eben mitten drin stattfindet. „Musik bewegt mich und andere Menschen“, weiß sie. Musikalisch sieht sie sich eher in einer „alten Tradition“. Sie will das „große, reiche Repertoire“ so viel wie möglich spielen, ohne sich auf eine bestimmte Stilrichtung festzulegen. Das beweist sie auch mit ihren Konzerten unter dem Titel „Saitensprünge“.

Kürzlich hat sie eine Partita von Bach gespielt und in den einzelnen Sätzen, die historische Tänze markieren, den Bezug zu anderen musikalischen Tanzformen, wie etwa einem Tango von Astor Piazzolla hergestellt. „Ich bin niemand, der nur Bach spielt, obwohl ich ihn sehr liebe“, sagt die 22-jährige Geigerin.

Der Erlös des Konzertes am Sonntag geht an die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde. „Sachen, die nicht im Budget drin sind“, sollen damit finanziert werden, erklärt Caroline Adomeit, die ohne Gage auftritt. Sie möchte immer auch einen persönlichen Bezug zu dem aufbauen können, wofür sie spielt. „Bei großen Projekten fehlt mir der oft und es gibt viel Bedarf direkt vor der Haustür.“ Die „Frühlingsgefühle“ werden ein typisches Adomeit-Programm werden. Zu hören ist Beethovens Frühlingssonate, aber auch das „Liebesleid“ von Kreisler und Titel aus Gershwins „Porgy and Bess“. Dabei wird sie begleitet von der Pianistin Vera Hardt, die Moderation übernimmt Volker Beling, selbst Geiger am Mainzer Theater.


Wiesbadener Kurier vom 07.01.2008

Von Chistina Schultz

Hochgenuss für einen guten Zweck

Geigen-Virtuosin Caroline Adomeit unterstützt alleinerziehende Mutter von drei Kindern

Caroline Adomeit zog mit ihren „musikalischen Saitensprüngen“ das Publikum in der Eppsteiner Talkirche in ihren Bann. RMB/Margielsky EPPSTEIN Schon immer garantieren die Konzertreihen der Eppsteiner Talkirche einen außergewöhnlichen Hörgenuss. Doch das Neujahrskonzert „Musikalische Saitensprünge von Bach bis zum Tango“ mit der Geigerin Caroline Adomeit und dem Pianisten Rochus Holewik stellte in jeder Hinsicht eine Besonderheit dar.

Vom tragischen Schicksal einer Familie aus Zeilsheim tief berührt, entschloss sich die junge Virtuosin das Konzert in Eppstein in eine Benefizveranstaltung zu wandeln, um die gesammelten Gelder dieser Familie zukommen zu lassen. Der Hintergrund: Laurence Taburet, gebürtige Französin und Mutter dreier Kinder (fünf, sieben und zehn Jahre), wurde im Oktober 2006 bei einem tragischen Verkehrsunfall in ihrem Wohnort Zeilsheim schwer verletzt. Mit dem Fahrrad unterwegs, wurde sie von einem Betonmischer erfasst und verlor dabei ein Bein, das andere zur Hälfte. Tatkräftige Unterstützung fand die Alleinerziehende bei vielen Zeilsheimer Bürgern und der dortigen Kirchengemeinde. Dazu gehörte auch ein behindertengerechter Umbau ihrer Wohnung. Auch Caroline Adomeit entschloss sich mit ihrem bereits zweiten Benefizkonzert zur weiteren Hilfe, unterstützt von der Eppsteiner Talkirchengemeinde.

Die junge Geigerin stammt aus einer englisch-deutschen Musikerfamilie und erhielt ihren ersten Violinunterricht mit sechs Jahren. Sie studiert in Amsterdam, ist mehrfache Bundespreisträgerin und errang viele Musikwettbewerbspreise. Zahlreiche Soloauftritte im In- und Ausland machten die noch junge Virtuosin überall bekannt.

Zusammen mit Rochus Holewik, dem Pianisten, Kammermusiker und Liedbegleiter stellte Caroline Adomeit ihr über drei Jahrhunderte umfassendes Musikprogramm zusammen. „Wir kennen uns schon lange und freuen uns immer, wenn wir zusammen auftreten können“, sagt die sympathische, erfrischend junge Frau, die in der Sakristei auf den Beginn des Konzertes wartet. Sie sitzt ganz entspannt am Tisch, umgeben von einem Sammelsurium von Bonbons, leichter Verpflegung, Schminkutensilien und warmen Tee. Sie ist es gewohnt, aus dem Koffer zu leben, pendelt sie doch ständig zwischen ihrem Wohnort Hamburg und Mainz, wo ihre Eltern leben, Amsterdam, wo ihr Musikprofessor lehrt und den Orten ihrer Konzertauftritte. „Bei mir ist es immer ein bisschen chaotisch“ sagt sie lachend, die sich als gute Bahnkundin bezeichnet. Wenn wenig Zeit ist zwischen den Auftritten, übt sie schon mal im Zug. „Ich empfehle das Abteil neben dem WC, da stört das Geigenspiel nicht so“.

Musik ist ihr Leben, und dass man in diesem Geschäft oft mit Ellenbogen arbeiten muss, stört sie etwas. „Ich will mit meiner Musik viele erreichen, vielen Menschen etwas geben, damit auch sie eine kleine Gabe zurückgeben, in Form von Spenden für Bedürftige“, erklärt Caroline Adomeit ihr soziales Engagement.
Die Kirchenglocken läuten, das Konzert kann beginnen, das Publikum wartet gespannt auf das ungewöhnliche Programm, das einerseits den Kontrast zwischen Werken aus drei Jahrhunderten aufzeigt, um gleichzeitig eine Verbindung zu schaffen, zwischen den unterschiedlichsten Tanz- und Bewegungskompositionen ihrer ureigensten Zeit.

Moderiert und begleitet von Rochus Holewik erfuhren die Zuhörer Interessantes über Bach, Piazolla, Bartok, Saint-Saens und Gade, während Caroline Adomeit bewusst barocke Werke, wie die Tanzsätze der Partita von Johann Sebastian Bach den Tangokompositionen Astor Piazollas gegenüberstellte. Berühmte Kaffeehausmusik wie den Tango Tzigane von Jacob Gade bildeten Parallelen zur hebräischen Melodie des polnischen Komponisten Joseph Isidor Achron.
Hoch konzentriert, mit leidenschaftlicher Musikalität und anmutiger Leichtigkeit, spielte sich die junge Geigerin in die Herzen der Zuhörer. Ein Hochgenuss.